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CHEFINFO SPEZIAL

STARTUP

W

ie entstand die Idee,

eine Mine für Krypto-

geld zu bauen?

Hattmannsdorfer:

Angefangen hat

alles in einer Garage in Eferding, dann

übersiedelten wir an einen Standort in

Pettenbach mit einem angemieteten

Kleinwasser-Kraftwerk. Als die Nachfra-

ge explodiert ist, haben wir einige Mak-

ler angeschrieben, über Crowdfunding

4,99 Millionen Euro lukriert und schließ-

lich in einem Shopping-Center in Leon-

ding einen idealen Standort gefunden.

Es gibt Kritik, das Schürfen von

Kryptowährungen würde Unmen-

gen an Strom verbrauchen?

Ehrenmüller:

Das ist eine von vie-

len Mythen, die zur Dämonisierung der

Kryptowährungen beitragen. Es stimmt,

dass eine Mine viel Strom braucht,

aber welch enormer Energieverbrauch

ist notwendig, um eine Feinunze Gold

zu gewinnen. Außerdem arbeiten wir

gemeinsam mit dem Energieinstitut der

Linzer Kepler Universität an einer ther-

mischen Rückgewinnung. Das bedeu-

tet, dass wir die Abwärme unserer Anla-

gen wieder in Energie umwandeln. Wir

sind Naturburschen, die sich sehr wohl

Gedanken um die Umwelt machen.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft,

was die Firma bitTex betrifft?

Hattmannsdorfer:

Wir betreiben das

größte Rechenzentrum in Zentraleuropa

und wollen weiter wachsen. Unser Ziel

ist die Errichtung eines Krypto-Valleys,

wobei es uns nicht nur um das Schür-

fen von Währungen, sondern um echte

Innovationen und Dienstleistungen in der

Blockchain geht. Damit kann beispiels-

weise das Vertragswesen revolutioniert

werden. Wichtig ist, dass wir authentisch

bleiben und mit offenen Karten spielen.

Vor allem der Bitcoin steht immer

wieder im Mittelpunkt der Kritik,

was ist Ihre Meinung dazu?

Ehrenmüller:

Bei vielen Entschei-

dungsträgern findet bereits ein Umden-

ken statt. BitTex hat gute Kontakte zur

heimischen Wirtschaft und Politik. Wir

kommunizieren auch mit der Wiener

Börse und der Finanzmarktaufsicht.

Schließlich geht es um Wertschöpfung

in der Region. Wir beschäftigen derzeit

20 Mitarbeiter und bald könnte es ein

Vielfaches an Jobs geben. Wir wollen ein

wichtiger Dienstleister werden und die

Blockchain und ihre Möglichkeiten für

viele Wirtschaftssparten öffnen.

Wo sehen Sie noch Fallstricke? Ist

die Energieversorgung ein Problem?

Hattmannsdorfer:

Wie gesagt: Wir

sehen uns auch als Vordenker, die nicht

nur den Ertrag vor Augen haben, son-

dern denken auch an die Zukunft. Wir

arbeiten gemeinsammit Experten daran,

den Energieverbrauch auf ein Zehntel

zu senken. Dazu kommt, dass wir neue

Anlagen in Containern errichten und

damit auch mobil sind, was die Stand-

orte betrifft. Da sind wir den Mitbe-

werbern immer einen Schritt voraus, da

wir unsere Prozesse ständig optimieren.

Die Erfolgsgeschichte von bitTex: Simon Ehrenmüller und Daniel

Hattmannstorfer im Interview und Rüdiger Albrecht, CEO des

Vertriebspartners Apollon core, über Zukunftschancen.

NATURBURSCHEN

MIT IDEEN UND VISIONEN

UNSER ZIEL IST,

DEN STROMVER-

BRAUCH DURCH

INNOVATIONEN

UM 90 PROZENT

ZU SENKEN.“

Simon Ehrenmüller

CEO bitTex